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Freud‘ & Leid liegen oft ganz nah bei einander

Wie nah Freud‘ und Leid oft bei einander liegen, durften wir sicher alle schon am eigenen Leib erfahren. Es sind oft Sekunden, die Gut von Böse trennen und es sind auch ganz oft Zufälle, die uns noch den Schubs ins Positive geben, um uns nicht vom Negativen runterdrücken zu lassen.

Gerade im Leistungssport entscheiden Hundertstel zwischen Sieg & Niederlage und lassen Podestträume deshalb auch oft zerplatzen wie Seifenblasen. Man trainiert, kämpft & gibt alles – und trotzdem hat es nicht gereicht. Wut, Zorn und Trauer stehen dann auf der Tagesordnung. Aufbauende Sätze wie „Kopf hoch!“, „Das nächste Mal klappt’s wieder!“ oder „Schwamm drüber – nach dem Rennen ist vor dem Rennen“ sind zwar lieb gemeint, kommen beim Gegenüber aber meist gar nicht an. Eine kleine Fehlentscheidung, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – und schon ist es passiert. Egal ob ein Einfädler, ein Steher oder ein Rutscher – alles wird einem Zeit und Punkte kosten.

1000 Gedanken & 1000 kreischende Fans

Ich hatte heute die Ehre und durfte beim Ski Alpin Weltcuprennen in Kranjska Gora – Disziplin Slalom – dabei sein. Natürlich war ich aufgeregt und fühlte mich auch irgendwie wie ein Teenie. Ja ehrlich 😉 Ich wusste ja nicht so richtig was mich am heutigen Tag so erwartet! Schon ziemlich früh ging die Reise los und dort angekommen, stand auch schon der 1. Durchgang am Programm. Die liebe Vicky hat mich begleitet und war mindestens so aufgeregt wie ich, wenn nicht mehr 😉 Ich wollte aber irgendwie nicht nur das Getümmel, die vielen Fans und die aufregende Stimmung erleben, nein. Vielmehr wollte ich wissen, was eigentlich in solchen Köpfen so kurz vor dem Start vorgeht.

Wir reden ja hier nicht von irgendeinem Bezirksrennen – nein, wir reden hier von einem Weltcuprennen! An was denkt man, wenn man an hunderten von Fans vorbeigeht? Alle kreischen und schreien und wollen etwas von einem. Selfies mit dem Idol stehen natürlich auf der Wunschliste ganz weit oben! Gerade die Zeit vor dem ersten Durchgang hat mich wahnsinnig fasziniert. Alle Sportler waren total ruhig, mit Kopfhörer in den Ohren und irgendwie in ihrer eigenen Welt. Sie reagierten (verständlicherweise) so gut wie gar nicht auf das Fangekreische, da hier einfach Konzentration an oberster Stelle steht. Fast wie hypnotisiert gingen sie an uns vorbei, einer nach dem anderen. Sie waren keineswegs unfreundlich oder ungut, nein, eher hochkonzentriert, in Sporttrance und mit dem Motto: Heute rock‘ ich das Ding!

Die Stimmung dort in der Skiarena war wirklich der Wahnsinn und es war echt toll, einmal hinter die Kulissen zu sehen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie viel Servicemänner, Trainer, Begleitpersonen und Wachmänner da herumlaufen – unzählbar viele 😉 Aber jetzt zurück zu meinen Gedanken!

Der Schock nach dem 1. Durchgang saß tief, als unsere österreichische Hoffnung Manuel Feller auf einmal ausschied. Vicky und ich waren im ersten Moment echt sprachlos, nicht aber weil wir enttäuscht von ihm selbst waren, nein, sondern weil wir mitfühlten. Was sagt man jemandem, der so kurz vor einem weiteren Schritt nach oben gescheitert ist und eine Niederlage einstecken muss?  In solchen Situationen kann einem nur etwas helfen, um den Kopf nicht komplett hängen zu lassen: Den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren! Klingt vielleicht kitschig, ist aber so! Nur der Glaube an uns selbst lässt uns jeden Tag stolz auf das sein, was wir erreicht haben. Nur der Glaube an unser Tun, bestärkt uns auch weiterzumachen und auch die steilen und hügeligen Wege zu gehen! Enttäuschungen wegzustecken ist ein langer Lernprozess, vor allem wenn wirklich viel auf dem Spiel steht!

Manuel hatte ja gerade erst seine Silbermedaille gewonnen und somit verlangt natürlich er, als auch der ganze ÖSV, jetzt noch mehr von sich. Tja und genau deshalb habe ich auch diesen Titel für meinen Beitrag gewählt, nämlich wie nah Freud‘ und Leid wirklich bei einander liegen: Für Michael Matt war es der 1. Weltcupsieg, für Manuel ein DNF in der Ergebnisliste.

… Heute habe ich es vermasselt, aber morgen wird MEIN Tag!

Es ist egal ob man Leistungssportler, Otto-Normalverbraucher oder ganz normale Bankangestellte ist – jeder Tag hat seine Tücken, seine Glücksmomente und seine Hürden. Jede Lebenssituation vermag uns aufs Neue zu testen und hinter jeder verpatzen Chance verbirgt sich eine neue Tür, die nur darauf wartet geöffnet zu werden. Natürlich unter einer Bedingung: Wir dürfen den Glauben an uns selbst nicht verlieren!

Freud‘ und Leid liegen oft bei einander & doch ist jedes Leid auch wieder eine neue Chance, etwas daraus zu lernen und weiterzukommen auf seinem Weg!

 

Glauben wir an uns – denn niemand kann uns das Öffnen einer weiteren Tür verwehren!

 

 

Alles Liebe,

Anna

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1 Comment

  • Reply
    Daaaniieee
    6. März 2017 at 15:32

    Toller Bericht 🙂

    LG Danie

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